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Wohnbauförderung für gefiederte Gäste im Garten

"die umweltberatung" gibt Tipps zum Bau von Nistkästen, Medieninformation "die umweltberatung" Niederösterreich, 19. Februar 2010

Keine Frühlingsgefühle, kein Sommertag ohne Vogelgezwitscher – Vögel sind die Sangeskünstler und große Sympathieträger in unseren Gärten. Viele GartenbesitzerInnen wollen deshalb den gefiederten Freunden Nisthilfen zur Verfügung stellen. "die umweltberatung" hat Tipps zur Schaffung von Nistunterkünften.

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka: „Vögel sind gern gesehene Gäste - nicht nur, weil sie uns mit ihrem Gesang erfreuen und das Gartenleben bereichern, sie sind auch überaus nützliche Helfer im Naturgarten. Ein reich strukturierter, gewachsener Garten bietet ohnehin verschiedenen Vögeln einen geeigneten Lebensraum, wer sie aber bewusst anlocken und vermehren will, kann ihnen mit einem Nistkasten behilflich sein.“

Elisabeth Koppensteiner, Leiterin von „Natur im Garten“ bei "die umweltberatung" erklärt: „Grundsätzlich unterscheidet man zwei Typen von Nestbauverhalten. Höhlenbrüter bauen ihre Nester in ausgefaulte Astlöcher und ähnliches. Freibrüter legen ihre Nester in Astgabeln von Bäumen, in Sträuchern oder im bodennahen Gestrüpp an. Für Höhlenbrüter gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Nistkastenmodellen; wer gern selbst werkelt oder mit Kindern bastelt, kann den Nistkasten auch selber bauen.“

Nistkästen selber bauen
Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte für den Nistkasten nur gut abgelagertes, trockenes sägeraues Holz ohne Imprägnierung verwenden. Sind die Bretter im Innenbereich glatt gehobelt, finden die Jungen beim Herauskriechen nicht den nötigen Halt an den Wänden.

Durchmesser und Gestalt des Einfluglochs entscheiden, welche Vogelarten den Nistkasten nutzen:

  • Kleine Meisenarten wie Blau-, Hauben-, Sumpf- oder Tannenmeisen bevorzugen Öffnungen zwischen 26 und 28 mm.
  • Kohlmeisen, Kleiber, Wendehals, Spatzen, Halsband- und Trauerschnäpper nehmen gerne Kästen mit Öffnungen von 32 – 34 mm an.
  • Große Nistkästen mit Einfluglöchern um 45 mm Durchmesser werden von Staren oder kleineren Eulen wie dem Sperlingskauz besiedelt.
  • Bei Nistkästen für Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper, Hausrotschwanz, Spatz oder Bachstelze ist die Hälfte oder 3/4 der Frontwand offen.

Jeder Nistkasten sollte so gebaut sein, dass die Vorderseite geöffnet werden kann, um im Herbst das alte Nest zu entfernen und den Kasten zu reinigen. Dies steigert den Bruterfolg im kommenden Jahr, weil Dauerstadien lästiger Parasiten (Flöhe, Zecken, Milben und dgl.) vernichtet werden.

„Einbruchschutz“ für die gefiederten Freunde
Höhlenbrüter verlieren pro Saison bis zu 30% ihrer Nachkommen an Marder, Eichhörnchen, Spechte, Katzen und andere Fressfeinde. Spechte erweitern das Einflugloch mit ihrem Schnabel, um an den Nachwuchs zu gelangen. Eine Blechscheibe rund um das Einflugloch verhindert dies. Im Baumarkt gibt es „einbruchsichere“ Nistkästen aus Holzbeton. Bei speziellen Modellen mit Einflugloch an einem kleinen Vorbau ist die Brut vor Marder- und Katzenpfoten sicher.

Nistkästen für Meisen sollte man nicht im dichten Astwerk von Baumkronen anbringen, sondern direkt am Stamm in etwa 2 m Höhe, dort haben Nesträuber keine Ansitzmöglichkeiten. Eine ca. 70 cm breite Blechmanschette am Stamm oder ein Kranz aus dornigen Ästen verhindert das Hinaufklettern von Katzen.

Wo aufhängen?
Idealerweise wird der Nistkasten so montiert, dass die Einflugöffnung nach Osten oder Südosten gerichtet ist. So sind seine Bewohner am besten vor Wind und Regen geschützt. Um Überhitzungen im Inneren zu vermeiden, sollte der Kasten nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne hängen.

Elisabeth Koppensteiner hat noch einige weitere Tipps: „Grauschnäpper und Hausrotschwanz mögen es, wenn man Nistkästen in Nischen an Hauswänden unter dem Dachvorsprung montiert. Größere Arten wie Star und Wendehals dagegen schätzen Nistkästen in 4–6 Metern Höhe mit freiem Anflug. Meisen und Kleiber sind recht flexibel, was die Lage des Kastens betrifft.“

Nisthilfen für Freibrüter
Die beste Hilfestellung für Amseln und andere Vögel, die nicht in Höhlen brüten, sind heimische Heckensträucher. Hier können die Tiere ungestört ihre Nester bauen. Besonders gut eignen sich dornige bzw. stachelige Sträucher wie Schlehe, Berberitze oder Heckenrose als Nistgehölze im Garten. Sie bieten besonders guten Schutz vor Nesträubern.

Manchmal brüten Vögel an sehr leicht zugänglichen Stellen wie einem alten Blumentopf oder in der Blumenrabatte. Befindet sich ein solcherart gefährdetes Nest nahe am Boden, kann man ein mit Maschendraht überzogenes Holzgerüst darüber stellen.

Der Abstand zum Nest muss aber so groß sein, dass die Katze mit ihren Pfoten die Brut nicht erreichen kann, die Maschenweite des Gitters hingegen muss einen problemlosen Zugang der Vogeleltern zum Nest gewährleisten.
Ist das Nest besonders auffällig in Bodennähe eines Strauches, so kann man die Brutstätte auch vorsichtig mit Maschendraht umwickeln.

Katzen sind naturgemäß besonders gefährlich für die Vogelbrut. Vor allem in der Urlaubszeit ist es wichtig, sie regelmäßig füttern zu lassen, damit sie nicht übermäßig Jagd auf Jungvögel machen. Ein kleines Glöckchen am Halsband der Katze könnte zur Brutzeit so manchem Vogel die nötige Vorwarnzeit verschaffen.

Weitere Tipps zum vogelfreundlichen und naturnahen Gärtnern erhalten Interessierte am NÖ Naturgartentelefon  unter 027 42/ 74 333 und in allen regionalen Servicestellen von "die umweltberatung" sowie auf www.naturimgarten.at und www.biogartendoktor.at.
Gegen Versandkosten (Porto plus Bearbeitungsgebühr) ist das Vogelposter mit Abbildungen heimischer Singvögel erhältlich.
Infoblätter und viele Tipps zur vogelfreundlichen Gartengestaltung finden Interessierte auch auf www.umweltberatung.at.
Beim Workshop „Ökohotels für Nützlinge“ erfahren Sie alles Wissenswerte über Nistkästen und bauen Ihr eigenes Nützlingshotel zum Mitnehmen. Freitag, 5. März 2010, 18.30 - 21.30 Uhr, VHS Haag; Kostenbeitrag: € 13,–; Anmeldung bei der VHS Haag unter der Nummer: 074 34/424 23-19

Die Aktion „Natur im Garten“ wurde von Landeshauptmann-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka ins Leben gerufen und ist eine Initiative des Landes Niederösterreich in Kooperation mit "die umweltberatung" und zahlreichen PartnerInnen.

Rückfragen für JournalistInnen:
"die umweltberatung" NÖ, Mag. Gabriele Pomper
Tel.: 027 42/ 718 29-113, 0676/ 66 88 558
presse@umweltberatung.at, www.umweltberatung.at
Rechtsträger: Umweltschutzverein Bürger & Umwelt

 

zuletzt geändert am: 30.08.2010   drucken   zurück