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Ackerschachtelhalm

Für manche GärtnerInnen gilt der Ackerschachtelhalm als hartnäckiges Unkraut. Seine positiven Wirkungen als Pflanzenstärkungsmittel geraten dabei oft in Vergessenheit.

Schachtelhalmpräparate eignen sich durch ihren hohen Gehalt an Kieselsäure hervorragend zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten. Die Vorfahren des Ackerschachtelhalmes gediehen bereits im Devon vor mehr als 375 Mio Jahren. Die mächtigen 30 Meter hohen Exemplare bildeten den wichtigsten Bestandteil jener Wälder, die später im Zuge geologischer Prozesse zu mächtigen Steinkohlelagern umgewandelt wurden. So gesehen kann uns der kleine Ackerschachtelhalm als „lebendes Fossil“ durchaus ein klein wenig Respekt abnötigen.  

Schachtelhalm als Pflanzenstärkungsmittel
Wen solche erdgeschichtlichen Fakten weniger beeindrucken, den interessiert vielleicht eher die vorbeugende Wirkung von Schachtelhalmbrühe gegen Pilzkrankheiten im Garten, wie z.B. Rost, Schorf, Mehltau, Braunfäule oder Sternrußtau. Sie wird wöchentlich über Blätter gesprüht und in den Boden gegossen. Der hohe Kieselsäuregehalt der Brühe bewirkt eine Festigung der Zellstruktur der behandelten Pflanzen und erschwert Pilzen oder Schädlingen das Eindringen durch die Oberfläche. Zur Herstellung der Brühe sammelt man die Pflanze jetzt im Sommer. Meist findet man den Ackerschachtelhalm auf Äckern, feuchten Wiesenrändern oder Böschungen. Er gilt als Zeigerpflanze für Staunässe und Bodenverdichtungen.    

Baumanstrich
Um im Herbst Stammanstriche für Obstbäume herstellen zu können sollten Sie schon jetzt die Zeit nutzen und ausreichend Acherschachtelhalmkraut sammeln. Im Hochwinter sinken die Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt. Tagsüber hat die Sonne dann aber bereits so viel Kraft, dass sich die Baumrinde an der Südseite des Stammes stark erwärmt, während die Nordseite tiefgefroren ist. So entstehen Spannungen im Rindengewebe, die schließlich zu Frostrissen führen können. Diese Wunden stellen Eintrittspforten für Schädlinge und Pilzinfektionen dar. Um diese Schäden zu vermeiden, sollte man Stämme und dicke Äste mit einem Lehm-Kalkanstrich bestreichen. Die helle Farbe reflektiert das Sonnenlicht und Lehm hält die Rinde elastisch, wodurch sich der Stamm nicht so stark erwärmt und Spannungsrisse vermieden werden. Fügt man dem Anstrich zusätzlich Schachtelhalmbrühe und andere Kräuter wie Wermut und Rainfarn bei, so wird der Baum durch die Aufnahme der Inhaltsstoffe gegenüber Stresssituationen gestärkt.  

Rezept Schachtelhalmbrühe

  • 1 - 1,5kg frisches Schachtelhalmkraut in 10 Liter Regenwasser ansetzen
  • 24 Stunden ziehen lassen
  • am nächsten Tag ca. eine halbe Stunde lang aufkochen
  • Erkalten lassen und abseihen
  • Vor der Anwendung im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen·        ·       ·         ·          

Rezept Baumanstrich

  • 1 Teil Lehm aus dem Garten oder Tonmehl aus dem Gartenfachmarkt
  • 1 Teil Algenkalk
  • 1 Teil frische Kuhfladen
  • Mit Schachtelhalmbrühe anrühren bis sämiger Brei entsteht
  • Ev. etwas Tapetenkleister zufügen damit der Brei besser haftet
  • Mit einem dicken Pinsel den Brei großzügig auf Stamm und größere Äste pinseln  
zuletzt geändert am: 06.07.2010   drucken   zurück